Die zunehmende Gewalt und Diskriminierung gegenüber Queers darf nicht unkommentiert bleiben. Transfeindlichkeit und offene Diskriminierung gegen queere Lebensexistenzen sind wieder salonfähig und die Zahlen der Hasskriminalität steigen seit Jahren. Angesichts von Ohnmachtserfahrungen und der drohenden Vereinzelung in unseren Communities organisiert die Netzwerkstelle LSBT*IQ Mittelhessen-Nord die Veranstaltungsreihe „Lasst uns leben! Eine Veranstaltungsreihe zu Queerfeindlichkeit, um Räume für Austausch, Empowerment und gemeinsames Handeln zu schaffen.


Im Sommer 2024 mobilisierten in Ostdeutschland zahlreiche rechtsextreme Jugendliche gegen CSD-Demonstrationen. Die Bilder und Berichte darüber sorgten vielerorts für Verunsicherung und die Frage, was anderen Regionen in den kommenden Jahren noch bevorstehen könnte. Ein Jahr später kam es auch in Hessen zu queerfeindlichen Aufmärschen von Rechtsextremen. Der Hass auf und die Ablehnung von queeren Existenzen werden gezielt genutzt, um rechte Jugendlichkeit zu mobilisieren, wobei Antifeminismus eine zentrale ideologische Grundlage bildet.

Der Input geht der Ideologie von Antifeminismus und Queerfeindlichkeit nach, analysiert rechte Mobilisierungen gegen CSDs in Hessen und zeigt auf, welche Strategien, Bilder und Erzählungen dabei eine Rolle spielen. Abschließend werden konkrete Handlungsempfehlungen vorgestellt: Wie können wir uns vorbereiten, was für Handlungsmöglichkeiten stehen uns offen und wie können wir uns als community dabei unterstützen?


Queere Menschen sind häufig (körperlichen) Angriffen ausgesetzt. In dem Training wird daher die Abwehr von verschiedenen körperlichen Angriffen und Bedrohungssituationen geübt und gelernt. Die Basis hiervon ist Krav Maga, ein effektives und umfassendes Selbstverteidigungssystem.

Der Kurs richtet sich an queere Personen (all gender), vor allem, wenn sie noch keine Erfahrungen mit Kampfsport haben. Körperliche Fitness ist keine Voraussetzung. Es soll ein möglichst offenes, sensibles und sicheres Training werden, dass auf individuelle Bedürfnisse und Ängste eingehen kann und hierfür soweit möglich den Rahmen bieten.

Der Einführungskurs findet am 14.04 von 20:30 bis 22:00 Uhr statt.

Der Kurs wird von zwei queeren Krav-Maga-Ausbilder*innen geleitet und ist für alle Teilnehmenden kostenlos. Der Ort wird dir nach der Anmeldung bekannt gegeben.

Melde dich gerne unter folgender E-Mail Adresse unverbindlich an:

QueereSV@queeres-Zentrum-Marburg.de


Am 16.04.26 laden wir euch zu einer Lesung mit Duygu Ağal aus seinem/ihrem Roman ›Yeni Yeşerenler‹ ins Queere Zentrum Marburg ein. Duygu Ağal hat mit ›Yeni Yeşerenler‹ eine Coming Of Age-Geschichte aufgeschrieben, in der goldene Birkenstocks und anstrengende Alman-Therapeutinnen genauso ihren Platz haben, wie die abweisenden Insignien einer Welt, die nicht für einen gemacht scheint, aber auch lesbische Liebe, ein Umzug von Hamburg nach Berlin, Frauenfußball, Gewalt, Verzweiflung, Emanzipation, Selbstbewusstsein, Freundinnenschaft und so vieles mehr. Ağals Sprache besitzt eine Direktheit und Härte, die beim Lesen kalt erwischt. Dann wiederum umschmeichelt »Yeni Yeşerenler« dich mit einer liebevollen Empathie, die berührt.

Zur Autor:in:

Duygu Ağal ist Autor:in und Moderator:in und lebt in Berlin. Sein literarisches Debüt hatte Ağal 2022 mit Yeni Yeşerenler (Die Wiedergeborenen, Blätter bekommen, grün werden), das im Korbinian Verlag erschienen ist. Zudem schreibt Ağal Songtexte, zuletzt in Kollaboration mit Rapperin EBOW für Chayas Überall, sowie für und mit der Band Derya Yıldırım & Grup Şimşek,für die Alben DOST 2 und Yarın Yoksa. Ağal moderiert in verschiedenen Kontexten, wie zuletzt im Rahmen der lit.Pop Köln, im Literaturhaus Berlin, im Literarischen Colloquium Berlin, auf dem Kampnagel Sommerfestival und auf der re:publica. Seit September letzten Jahres hostet sie zusammen mit Ricarda Hillermann das Sport Studio SAINT FLESH im Roten Salon der Volksbühne Berlin. Im November 2024 ist seine Solo-Talk-Reihe YEMINSIZLER, (Die Gelübde-Losen) am Ballhaus Prinzenallee gestartet. Seit Herbst 2024 studiert sie Drehbuch und Dramaturgie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Am 07. Februar 2026 wurde Ağals Theaterdebüt “Paradies-Acker” zur Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus gebracht.


Der Vortrag umfasst eine Aufklärung über gängige diskriminierende Begriffe und zeigt wie sie im Alltag verankert sind. Die Referentin beschäftigt sich mit der Existenz von offen transfeindlichen Personen und Organisationen. Hierin wird auch dargestellt, dass Transfeindlichkeit ein verbindendes Element (Querfront) zwischen entgegengesetzten politischen Strömungen im Kapitalismus sein kann. Denn Transfeindlichkeit beginnt nicht erst mit offener (körperlicher) Gewalt. Für die Referentin ist das grundsätzliche Hinterfragen von Geschlechternormen und Definitionen unerlässlich. Sie geht der Frage nach, was *wir alle* tun müssen, um bestehende diskriminierende geschlechtliche Vorstellungen zu erkennen und zu dekonstruieren.

Felicia Ewert ist Autorin und Speakerin zu den Themen Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, (Trans-)Misogynie, geschlechtlichem Biologismus und Neurodivergenz.


Die Veranstaltungsreihe wird von der Netzwerkstelle LSBT*IQ Mittelhessen organisiert und durch das Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gefördert.

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